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02.04.2020 | Stefanie Starke | Landkreis Passau.

Hilferuf der Reha-Kliniken und Eltern-Kind Einrichtungen

MdL Taubeneder will Signal der Unterstützung senden

„Es sind schwierige Zeiten für sämtliche Branchen und jeden Einzelnen – keine Frage. Und die Auswirkungen der Corona-Krise werden wir noch lange zu spüren bekommen“, will MdL Walter Taubeneder gleich eingangs deutlich machen.

Dennoch kann er auch die großen Sorgen der Reha-Kliniken sowie Eltern-Kind Einrichtungen in der Region – und damit auch ganz Bayern – nachvollziehen. Betreiber haben sich bereits mit der Bitte um Unterstützung an den Abgeordneten gewandt. So beklagt beispielsweise Stefan Scharl, Geschäftsführer der Reha-Zentren Passauer Wolf GmbH mit Sitz in Bad Griesbach, dass weder auf Bundes- noch auf Landesebene ein auskömmlicher Schutzschirm für Reha-Kliniken aufgespannt worden sei. „Dies wird den auf uns zurollenden Herausforderungen sicherlich nicht gerecht, zumal Reha-Kliniken ohnehin keinerlei öffentliche Förderung erhalten!“, so Scharl, der seine Situation derzeit wie folgt beschreibt:

„Der Passauer Wolf Bad Griesbach steht mit seinen Kapazitäten weiterhin zur Versorgung vulnerabler Menschen zur Verfügung. Wir haben jetzt die Aufgabe und Verpflichtung, in der derzeitigen Corona-Krise umliegende Krankenhäuser zu unterstützen, indem wir von dort Patienten zur Krankenhausbehandlung aufnehmen. Darunter können auch Covid-19-Patienten fallen, sofern die Kapazitäten für die Behandlung ausgeschöpft sind, was bislang nicht der Fall ist (Stand: 01.04.2020). Um diese Kapazitäten bereitstellen zu können, wurde für viele Gäste der Behandlungsbeginn verschoben. Zudem wurden laufende Behandlungen unterbrochen.“

Dennoch scheint es dem Geschäftsführer als seien die Reha-Kliniken generell in der aktuellen Pandemie zunächst vergessen worden zu sein – allerdings konnten durch das Intervenieren des Freistaats in Berlin, auch auf Initiative des CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder, Nachbesserungen im sogenannten Krankenhausentlastungsgesetz, erreicht werden. Immerhin – auch wenn diese laut Scharl nicht weit genug greifen würden: „Klar ist, bevor Freiwillige für Behelfs-Krankenhäuser rekrutiert werden, können unser medizinisches Personal und unsere Infrastruktur einen enorm wertvollen Beitrag leisten, dass wir die Katastrophen-Situation so gut wie möglich überstehen“, so Scharl weiter.
„Die Reha-Kliniken sind ein bedeutender, tragender Ast unseres Gesundheitswesens“, ist auch MdL Walter Taubeneder überzeugt. Es stehe außer Frage, dass unser leistungsfähiges Gesundheitssystem mit dem stationären Bereich – noch einmal mehr in diesen Zeiten – ein großes Pfund seien. Man dürfe keinesfalls die Beschäftigten in den Reha-Kliniken hängen lassen.


Eltern-Kind-Einrichtungen völlig außen vor

Noch dramatischer sieht die derzeitige Lage für die Eltern-Kind-Einrichtungen aus. So hatte sich Otto Wagner, Geschäftsführer der Eltern- und Kind-Kliniken mit folgenden Zeilen an den Abgeordneten gewandt:

„Auch unsere Kliniken sind system- und versorgungsrelevant. Deshalb müssen sie auch von den staatlichen Rettungsmaßnahmen erfasst werden. Und dies mit höchster Eilbedürftigkeit. Denn, in Folge hoheitlichen Verwaltungshandels zur Bewältigung der aktuellen Corona-Pandemie, darf in den meisten dieser Kliniken keine Patientenbehandlung mehr stattfinden.“

Wie auch im PNP-Bericht vom 02.04.2020 (Ausgabe A, Seite 29) zu lesen war, steht unter anderem die Einrichtung in Neuburg am Inn mit dem Rücken zur Wand: „Das trifft uns bis ins Mark und stürzt uns in eine tiefe wirtschaftliche Krise“, machte der Geschäftsführer hier deutlich.
„Hier besteht natürlich dringender Handlungsbedarf“, so MdL Taubeneder, der bereits seit Tagen in intensivem Austausch mit der bayerischen Staatsregierung und speziell seinem Kollegen MdL Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Gesundheit und Pflege, steht. Die Einrichtung sei aufgerufen worden, den Betrieb soweit einzustellen, um entsprechend Betten vorrätig für Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen zu können. Dabei sei das Haus nicht einmal mit Pflegebetten und Atmungsgeräten ausgestattet – „wir sehen uns nicht unbedingt geeignet für die Aufnahme von infizierten Covid-19-Patienten“, so Wagner weiter. Wenn die Kliniken schon Betten vorhalten müssen, muss ein entsprechender Schutzschirm eingerichtet werden, der zumindest die Existenz der Einrichtungen sicherstellt, ist der Abgeordnete überzeugt: „Die Kliniken leisten mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag sowohl für die Gesundheit von Eltern und Kindern als auch gesamtgesellschaftlich.“
Nach mehrfachen Schreiben hat sich der Abgeordneten vergangenes Wochenende nun auch persönlich und mit aller Dringlichkeit an den Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gewandt, um die schwierige Lage der Eltern-Kind-Kliniken erneut zu thematisieren.