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10.01.2022 | Christoph Weishäupl | Otterskirchen

Den Bogen nicht überspannen!

MdL Taubeneder: "2Gplus-Regelung in der Gastronomie gefährdet viele Wirtshäuser"

Die Bund-Länder-Konferenz hat am Freitagnachmittag unter anderem die Einführung der 2Gplus-Regelung in der Gastronomie beschlossen. Die bayerische Staatsregierung zeigte sich zuletzt jedoch zurückhaltend und skeptisch, ob diese Regelung wirklich sinnvoll sei und will am morgigen Dienstag (11.01.22) über die Umsetzung in Bayern beraten. Dabei scheint ein bayerischer Sonderweg nicht ausgeschlossen.

Befürchten schwerwiegende Folgen im Falle der Einführung der 2Gplus-Regelung für die Gastronomie: MdL Walter Taubeneder (links) und Gastwirt Hans Seidl (rechts).
Bei dem örtlichen CSU-Landtagsabgeordneten Walter Taubeneder stößt diese Skepsis auf Zustimmung. Man dürfe den Bogen nicht überspannen. 2Gplus in der Gastronomie sei wenig sinnvoll und gefährde zahlreiche Wirtshäuser in ihrer Existenz.
Der Erlass weiterer Verschärfungen freiheitseinschränkender Maßnahmen müsse stets gleichermaßen notwendig wie verhältnismäßig sein.
Im Falle der 2Gplus-Regelung für die Gastronomie ist dies aus Sicht des Otterskirchner Gastwirts Hans Seidl nicht der Fall. Diese Regelung wäre den Gästen nur schwer zu vermitteln und in der praktischen Umsetzung überaus problembehaftet. „2Gplus könnte den Anfang vom Ende für zahlreiche Betriebe darstellen“, zeigt sich Seidl im Gespräch mit MdL Walter Taubeneder besorgt. Auch der Abgeordnete sieht die Testerfordernis im gastronomischen Bereich kritisch und erkennt die weitergehende Gefahr. „Hier steht ohne erkennbare Notwendigkeit in zahlreichen Dörfern ein Stück der eigenen Identität auf dem Spiel“, so Taubeneder. Schließlich stehe die Gastronomie – auch dank umfassender Hygienemaßnahmen und bewährter Schutzkonzepte – nicht in Verdacht, ein großer Infektionstreiber zu sein.
Gerade die Dorfwirtshäuser, die in ihrem jeweiligen Ort auch eine zentrale soziale Funktion erfüllen, dürften stark unter der 2Gplus-Regelung leiden. Oftmals – so auch in Otterskirchen – befindet sich keine Testmöglichkeit am Ort. Wer also ins örtliche Wirtshaus gehen will, müsste bei Einführung der 2Gplus-Regelung zuvor zum Testzentrum in die nächste Stadt fahren, weshalb nicht weniger Besucher den Lokalen fernbleiben dürften. Für die Betriebe hätte dies gravierende Auswirkungen: Nicht nur müsse man weitere wirtschaftliche Einbußen befürchten, sondern auch eine weitere Abwanderung von Arbeitskräften, ist Gastwirt Seidl besorgt. Eine Gemengelage, die nicht wenige Wirtschaften – allen voran im dörflichen Bereich – existenziell belasten könnte.
MdL Walter Taubeneder hat sich bereits an Ministerpräsident Markus Söder gewandt und hofft, dass die Staatsregierung die 2Gplus-Regelung in der Gastronomie nicht umsetzen wird. „Gute Gründe sprechen gegen 2Gplus: Die fehlende Notwendigkeit, die daraus resultierenden Problemstellungen für die Betriebe und nicht zuletzt die Tatsache, dass die große Mehrheit der Menschen ohnehin überaus vorsichtig und vernünftig agiert“, argumentiert der Abgeordnete.