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05.09.2022 | Stefanie Starke | Ortenburg

Wohin mit der überflüssigen Sonnenenergie?

MdL Taubeneder informiert sich bei Elektro Bauer über Wasserstoff-Technik zur effizienten Energiespeicherung

„Wie nehme ich die Sonnenenergie aus dem Sommer mit in die Wintermonate?“, stellt Walther Bauer seine Ausgangsfrage für seine Überlegungen im Sinne der Wasserstoff-Technologie in den Raum.

Foto (Stefanie Starke): (v.r.) Walther Bauer zeigt MdL Walter Taubeneder seine neue Anlagetechnik im Zuge der Umstellung auf die Nutzung von Wasserstoffzellen zur langfristigen Speicherung von Sonnenenergie.
Im Gespräch mit MdL Walter Taubeneder geht er dabei auf eine derzeit noch völlig unbekannte Technologie zur effizienten Energiespeicherung mittels Wasserstoff ein. Der gelernte Elektroinstallateur und Energiemanager hat zusammen mit seiner Frau Elke Bauer das Unternehmen Elektro Bauer in Ortenburg vor nunmehr knapp 30 Jahren gegründet. Seit mittlerweile gut einem Jahrzehnt kämpft er dabei für die Nutzung von Wasserstofftechnik. Unterstützung bekommt er dabei von Sohn Johannes Bauer, ebenfalls Elektromeister. „Das Problem ist immer: Wenn kein Bedarf besteht, passiert leider gar nichts.“ Wo er zuletzt noch auf verschlossene Ohren gestoßen ist, haben die steigenden Energiepreise und die unsicheren Rahmenbedingungen durch den Krieg in der Ukraine dazu geführt, dass seiner Idee neues Gehör verliehen wird. „Mittlerweile ist für die Technologie grundsätzliches Interesse vorhanden, allerdings äußert sich die Unwissenheit und damit verbundene Unsicherheit noch in Zurückhaltung hinsichtlich der tatsächlichen Nutzung“, so Bauer gegenüber dem CSU-Stimmkreisabgeordneten.
Dieser hatte sich ausführlich Zeit genommen, um mehr über die zukunftsweisende Technologie zu erfahren. Die benötigte Energie wie Strom, Wärme und der Treibstoff für Fahrzeuge wird nach Meinung des Elektromeisters in Zukunft teurer, beziehungsweise nahezu unbezahlbar, deshalb gilt es eigene Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer zu montieren, um wiederum mit dem eigens gewonnenen Strom sämtliche Quellen zu speisen. „Wo ein Batteriespeicher nur eine kurzfristige Speicherung von Energie gewährt, kommt der Wasserstoff und die Brennstoffzelle ins Spiel – aber eben nicht mobil in Kraftfahrzeuge verbaut, sondern stationär vor der eigenen Haustüre“, so Bauer. Mit Hilfe des Wasserstoffspeichers könne die Energie vom Sommer bis in den Winter mitgenommen und gespeichert werden – sowohl die Wärme als auch der Strom „mit so geringem Verlust wie möglich“. So könne mittels entsprechender Gerätschaften mit Hilfe von Wasserstoff kurzfristig viel Energie gespeichert werden – „das ist keine neue Erfindung, sondern herkömmlich angewandte Physik.“
Bisher würde es an der entsprechenden Förderkulisse für eine flächendeckende Anwendung fehlen – „aber das System muss erst verstanden und entsprechend kommuniziert werden“, weiß Walther Bauer um die Hürden einer Umsetzung. Er selbst hat in diesen Tagen seine Gebäude auf das effiziente und vor allem vollkommen autarke Energiekonzept mittels Wasserstoff-Technologie umgestellt. „Keine Frage, dass ich enorme Summen investieren musste, aber ich sehe diese Investition auch als Vorzeigemodell für weitere Interessenten – denn man muss das System greifbar machen können“, ist Bauer überzeugt. Für ihn ist die Technologie die Antwort auf sämtliche Energiefragen der Zukunft. „Denn klar ist auch: Die Sonne schreibt keine Rechnung."