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14.08.2019 | Johannes Gansmeier, Abgeordnetenbüro | München/Passau. | Gerhard Waschler MdL

Mehr Vernetzung und Kooperation zielführend: Passauer Landtagsabgeordnete zum Informationsgespräch über Errichtung einer Uniklinik für Passau

MdL Taubeneder und MdL Waschler im Austausch mit Präsidenten der LMU Mün-chen und Ärztlichem Direktor des Universitätsklinikums der LMU München-Großhadern


Foto (Johannes Gansmeier): (v. l.) MdL Walter Taubeneder, Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler.
Im Zuge der Diskussion rund um die mögliche Errichtung einer medizinischen Fakultät an der Universität Passau samt damit verbundenem Ausbau des Passauer Klinikums in ein Universitätsklinikum waren die Landtagsabgeordne-ten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler im Rahmen eines Informationsgesprächs mit dem Präsidenten der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Bernd Huber, und dem Ärztlichen Direktor des Klinikums der Universität München, Prof. Dr. med. Karl-Walter Jauch, zu Gast im Klinikum Großhadern.

Dabei stand neben der allgemeinen Erörterung der Anforderungen an einen Uni-Klinikums-Standort insbesondere die Frage nach der Machbarkeit und Sinnhaf-tigkeit eines Uni-Klinikums in Passau im Zentrum des Meinungsaustauschs. „Um medizinisches Spitzenniveau erreichen und halten zu können, braucht ein Uni-Klinikum eine erhebliche Reichweite sowie Tiefe in Forschung und Lehre sowie einen hinreichend großen Einzugsbereich“, so Prof. Dr. med. Karl-Walter Jauch. Bei zu wenigen Krankheitsfällen könne insbesondere bei komplizierten Krankheitsver-läufen anders nicht garantiert werden, dass jederzeit auf dem aktuellstem Forschungsstand agiert werde. Als Beispiel wurde hierbei etwa die Kinderheilkunde (Pädiatrie) genannt, in welcher zwar überwiegend verbreitete Krankheiten diagnos-tiziert würden, der notwendige Spezialisierungsgrad darüber hinaus aber rapide ansteige. Andernfalls wäre ein erheblicher Qualitätsverlust in Forschung und Lehre gegeben.

Für MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler ist die Ausgangsposition dabei klar: „Oberstes Ziel muss es sein, die medizinische Versorgung der Bevölkerung sowohl in der Breite als auch in der Tiefe auf bestmöglichem Qualitätsniveau sicherzustellen. Es nutzt niemandem, wenn er zwar dem Namen nach ein Uni-Klinikum vor der Tür hat, dort aber nicht auf dem Stand der Technik gearbeitet werden kann.“ Als möglicher Weg hin zu einem eigenen Uni-Klinik-Standort in Passau wurde im Laufe des Gesprächs von Seiten der Münchner Experten eine weitergehende und tiefere Vernet-zung zwischen den bereits bestehenden Universitäts-Klinika, dabei insbesondere noch vertiefter mit dem Klinikum Regensburg und neu mit dem Klinikum Großha-dern-München sowie dem Passauer Klinikum als denkbare Vorgehensweise besprochen. Nach Einschätzung der Abgeordneten müsste der Freistaat in den nächsten Jahren kräftig in den Ausbau des Uni-Klinikums-Standorts investieren.
Sinnvoll und im Sinne der medizinischen Versorgung der Bevölkerung auch ziel-führend wären – so die Münchner Experten – wären verstärkte Kooperationspro-gramme mit den großen Uni-Kliniken – wie dies etwa auch in den skandinavischen Ländern praktiziert wird –, und dies kombiniert mit einem ergänzenden Ausbau der Uni Passau in Fachbereichen, die Schnittstellen zur Medizin aufweisen, z. B. der Informatik mit Telemedizin, Big Data und Künstlicher Intelligenz. Hier könne der Freistaat kurzfristig gezielt Gelder für Projekte bereitstellen, die die Universität Passau als Forschungsstandort noch attraktiver machten und gleichzeitig eine optimale und immer auf dem neuesten Stand steh  ende medizinische Versorgung auch in komplexen Krankheitsverläufen sicherstellen.

Die beiden Passauer Abgeordneten sind derzeit zu Informationsgesprächen in den bayerischen und österreichischen Universitäts-Klinika unterwegs, um sich ein realistisches Bild zur Errichtung einer medizinischen Fakultät in Passau machen zu können. Die LMU München ist mit über 50.000 Studenten und über 17.000 Mitarbeitern (inkl. Klinikum) die größte Universität Deutschlands, das Klinikum Großhadern nach der Berliner Charité das zweitgrößte Universitätsklinikum Deutschlands.

Foto (Johannes Gansmeier): (v. l.) MdL Walter Taubeneder, Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler.