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31.03.2020 | Stefanie Starke | Passau | Gerhard Waschler MdL

„Wir stehen für eine CO2-Reduzierung bei der Stromerzeugung“

CSU-Abgeordnete lassen sich über aktuellen Stand zu Energiespeicher Riedl unterrichten

„Wir sehen dieses Projekt als wichtigen Baustein für eine nachhaltige und CO2-freie Stromzukunft und halten daher mit aller Entschiedenheit daran fest“, macht Dr. Karl Heinz Gruber als Vorstand der Donaukraftwerke Jochenstein AG in Passau und Geschäftsführer der VERBUND Wasserkraft in Wien, im Gespräch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler deutlich.

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) MdL Walter Taubeneder, VERBUND-Geschäftsführer Dr. Karl Heinz Gruber und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler.
Konkret handelt es sich bei dem Projekt um den Energiespeicher Riedl, geplant für das Grenzgebiet zwischen Bayern und Oberösterreich in unmittelbarer Nähe des Donaukraftwerks Jochenstein. Die Planungen laufen hier bereits seit dem Jahr 2009 – seither hat das Unternehmen mit zahlreichen Hürden zu kämpfen. „Wir kommen nur schwer weiter. Die Genehmigungsverfahren ziehen sich wie ein Strudelteig. Natürlich wissen wir um die hohe Sensibilität des Projekts und sind in unseren bei der Behörde eingereichten Unterlagen auch ausführlich darauf eingegangen. Aber wir sehen in Zeiten der Energiewende und des Klimawandels auch die unbedingte physikalische Notwendigkeit eines derartigen Kraftwerks als Stabilisator im Stromsystem. Wir halten daher an unserem Energiespeicher weiterhin fest“, so Dr. Gruber weiter. Seiner Meinung nach stehe außer Frage, dass flexible Energiespeicher gerade in der heutigen Zeit zur Bereitstellung von Ausgleichs- und Regelenergie zwingend erforderlich sind und künftig verstärkt benötigt werden. „Durch den Kernenergie- und Kohleausstieg wird mit dem nachhaltigen Zubau von Wind und PV der Bedarf an regelbarer Leistung und an großtechnischen hochflexiblen Pumpspeicherkapazitäten weiter zunehmen“, ist Gruber überzeugt. Was den geplanten Energiespeicher Riedl angehe, hätte man hier einen idealen Standort gefunden, nämlich die Integration des Speichers in eine vollfunktionsfähige bestehende Kraftwerksinfrastruktur: „Wir schaffen einen naturnah gestalteten Speichersee als Oberbecken und nutzen als Unterbecken die bereits vorhandenen Staubereiche bei den Donaukraftwerken. Die sicheren geologischen Verhältnisse ermöglichen eine unterirdische Kraftstation und einen kurzen unterirdischen Triebwasserweg“, erklärt der Geschäftsführer weiter. Es sei kein Leitungsneubau für den Energieabtransport erforderlich und es sei ein effizienter Energieabtausch mit dem Kraftwerk Jochenstein möglich. „Außerde, wäre der Energiespeicher Riedl ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt für die regionale Wirtschaftsentwicklung.“
Bisher habe das Unternehmen rund 20 Millionen Euro in das Projekt gesteckt – insgesamt gehe es um rund 400 Millionen Euro, die am geplanten Standort investiert würden. Nach einer noch in diesem Jahr erwarteten behördlichen Bestätigung der mehrfach verfeinerten Unterlagen rechne man nun in den nächsten zwei Jahren mit einem entsprechenden positiven Bescheid. „Die Bauzeit wird rund vier Jahre in Anspruch nehmen – der Energiespeicher kann also 2026/27 in Betrieb geben“, erläutert Dr. Gruber gegenüber den Abgeordneten weiter und hofft dabei auf eine zeitnahe Prüfung der Unterlagen sowie auf breite gesellschaftspolitische Unterstützung des Projekts.
„Ein solcher Speicher wäre ein essenzieller Baustein für eine nachhaltige Energiezukunft, um das Ziel einer deutlichen CO2-Reduzierung bei der Stromerzeugung zu erreichen“, kommen die Abgeordneten überein.